Symbol der Revolution
Résumé
Der Beitrag zeichnet die diachrone Erinnerungsentwicklung hinsichtlich der Mordtat der Girondistin Charlotte Corday am radikalrevolutionären Jean Paul Marat vom ausgehenden 18. Jahrhundert bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts nach. Dabei wird der Akzent auf die herausstechenden ideologisch motivierten Erinnerungskonjunkturen gelegt: Stellen die Jakobiner unmittelbar nach dem Mord der Selbstdeutung Cordays als Tyrannenmörderin eine glorifizierende Sicht auf den ‚Märtyrer‘ Marat gegenüber, schlägt das Interesse wieder auf dessen Antagonistin um: Während Corday nach Ende der Terreur und mit Machtübernahme der Thermidorianer nun ihrerseits nahezu Heiligenstatus erhält, kann sie im Laufe des 19. Jahrhunderts sowohl nostalgische Identifikationsfigur des entmachteten Adels als auch zum Objekt pathologischer Studien werden.
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